Der Einsatz von Stahlbeton als tragender Baustoff hat seit dessen Einführung sehr bedeutende Bauwerke und gleichzeitig eine sehr schnelle und robuste Bauweise ermöglicht. Die Lebensdauer von Stahlbetonkonstruktionen bleibt allerdings aufgrund der Korrosionsanfälligkeit weit hinter den früheren Erwartungen zurück. Viele Bauwerke werden kaum mehr älter als die Menschen, die diese nutzen. Mit über 100 Millionen verbauten Kubikmetern im Jahr ist Stahlbeton der wichtigste Baustoff Deutschlands1. Der Einsatz von Beton als das weltweit am häufigsten verwendete Baumaterial nach Wasser, führt seit jeher zu einem hohen Verbrauch an Rohstoffen und Energie. Zudem unterliegt der Stahl enormen Preisschwankungen aufgrund von vielseitigen Einsatzmöglichkeiten im Bauwesen und anderen Branchen.

Genau hier setzt die neue Carbonbeton-Technologie an. Sie reduziert den Gesamtverbrauch an Materialien und ersetzt den Stahl durch Carbon. Da Carbon nicht rostet, spart man Beton, der nur den Stahl vor dem Verrosten schützen soll. Mit Carbonbeton kann nachhaltig, ressourcenschonend, weniger materialintensiv und leichter gebaut werden.

Der Vorteil liegt in den ca. 50.000 einzelnen Fasern begründet, die deutlich dünner sind als ein menschliches Haar. Diese Fasern werden zu einem Garn zusammengefasst und in einem Verfahren zu einer Gitterstruktur verarbeitet und beschichtet. Im Vergleich zu Stahl ist Carbon damit viermal leichter und sechsmal tragfähiger. Gleichzeitig ermöglicht Carbonbeton nicht nur wesentlich schlanker und filigraner zu bauen, sondern auch Bauwerke zu erschaffen, die eine deutlich längere Lebensdauer aufweisen. Architektonisch können neue Gebäudegeometrien entworfen werden, die mit Stahlbeton nur schwer umsetzbar sind.

„Leicht Bauen“ und „Beton“ sind kein Widerspruch mehr, sondern ein Konzept der Zukunft.

 

Carbonbeton - mit Carbon bewehrte Betonplatte

Die Welt des Carbonbetons - in 80 Sekunden

1 K. Bergmeister und J.-D. Wörner: Betonkalender 2005. Berlin: Ernst & Sohn 2004, ISBN 3-433-01670-4